Studie: Kaffee kann Brustkrebsrisiko leicht senken – aber der Grund ist nicht, was Sie denken

Gute Nachrichten für alle Kaffeeliebhaberinnen: Eine brandneue Mega-Studie mit über 3,3 Millionen Teilnehmerinnen zeigt, dass regelmäßiger Kaffeekonsum das Brustkrebsrisiko leicht senken könnte. Besonders Frauen nach den Wechseljahren scheinen von diesem Effekt zu profitieren.

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Studie: Kaffee kann Brustkrebsrisiko leicht senken

Doch halt, bevor Sie jetzt zur zweiten Tasse Espresso greifen: Der entscheidende Punkt ist, dass dieser schützende Effekt nicht vom Koffein ausgeht. Was steckt dahinter? Wir haben die wissenschaftlichen Hintergründe für Sie aufbereitet.

Die Studie im Detail: 31 Studien, ein klares Ergebnis

Die im Fachjournal „Health Science Reports“ veröffentlichte Metastudie ist eine der umfassendsten ihrer Art. Ein internationales Forscherteam um Mehdi Karimi wertete 31 Kohortenstudien aus, die den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Brustkrebsrisiko untersuchten. Das Ergebnis ist bemerkenswert klar:

  • Regulärer, koffeinhaltiger Kaffee war mit einer geringen, aber statistisch signifikanten Risikoreduktion verbunden. Konkret lag das Risiko um etwa 5 % niedriger (gepoolte Hazard Ratio: 0,95; 95% Konfidenzintervall: 0,91-0,99).
  • Besonders deutlich war dieser Zusammenhang bei Frauen nach der Menopause. Hier betrug die Risikoreduktion etwa 6 % (Hazard Ratio: 0,94).

Der Koffein-Irrtum: Entscheidend sind die anderen Inhaltsstoffe

Hier kommt der spannende Teil der Studie: Für Koffein allein (HR: 0,99; 95% CI: 0,94-1,04) und für entkoffeinierten Kaffee (HR: 1,00; 95% CI: 0,94-1,07) wurde kein signifikanter Zusammenhang mit dem Brustkrebsrisiko gefunden.

Was bedeutet das für Ihre Tasse Espresso? Der potenzielle Schutz liegt höchstwahrscheinlich nicht im aufputschenden Koffein, sondern in den zahlreichen anderen bioaktiven Substanzen der Kaffeebohne, wie etwa Polyphenolen und Chlorogensäure.

Ein Blick auf die Wirkmechanismen

Die Forscher vermuten, dass ein ganzes Arsenal an Inhaltsstoffen für den positiven Effekt verantwortlich sein könnte:

  • Antioxidative Wirkung: Kaffee ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, die entzündungshemmend wirken und freie Radikale abfangen können – also Zellschäden verhindern.
  • Hormoneller Einfluss: Es wird diskutiert, ob Inhaltsstoffe des Kaffees den Östrogenstoffwechsel positiv beeinflussen können.
  • Zelluläre Effekte: Einige Studien deuten darauf hin, dass Kaffee-Inhaltsstoffe das Wachstum von Tumorzellen hemmen können.

Also: Mehr Kaffee trinken für die Gesundheit?

Die Autoren der Studie selbst sind hier vorsichtig. Sie betonen, dass die Studie zwar einen Zusammenhang zeigt, aber keine direkte Ursache-Wirkung beweist („Korrelation ist nicht Kausalität“). Die Reduktion des Risikos ist mit etwa 5 % als „moderat“ einzustufen.

Fazit für Espressofans

Auch wenn Sie nun nicht gleich kiloweise Kaffeebohnen verzehren sollten, können Sie Ihre Tasse Espresso mit einem noch besseren Gefühl genießen. Die aktuellen Forschungsergebnisse sind ein weiterer Hinweis darauf, dass Kaffee in Maßen genossen durchaus positive gesundheitliche Aspekte haben kann – allen voran dank seiner wertvollen Antioxidantien.

Die Quintessenz: Der schützende Effekt scheint im Kaffee als Ganzem zu stecken, nicht im isolierten Koffein. Also: Genießen Sie Ihren Espresso in vollen Zügen – für den Genuss und vielleicht ein kleines bisschen für Ihre Gesundheit!

Alle in der Meta-Analyse ausgewerteten Studien im Überblick

Die folgende Tabelle listet alle 31 Kohortenstudien auf, die in die Auswertung von Karimi et al. (2026) eingeflossen sind. Die Daten wurden der Originalpublikation entnommen.

StudieLandStudiendesignExpositionsart
Vatten et al. (1990)NorwegenKohorte, retrospektivKoffeinhaltiger Kaffee
Hoyer et al. (1992)DänemarkKohorteKoffeinhaltiger Kaffee
Hunter et al. (1992)USAKohorteKoffeinhaltiger Kaffee
Folsom A. R. et al. (1993)USAKohorteKoffein & Koffeinhaltiger Kaffee
Michels et al. (2002)SchwedenKohorte, prospektivKoffein
Hirvonen et al. (2006)FrankreichKohorteKaffee (koffeinhaltig + entkoffeiniert)
Nkondjock et al. (2006)USA, Kanada, Polen, IsraelKohorte, retrospektivKoffeinhaltiger Kaffee
Ganmaa, D. et al. (2008)USAKohorte, prospektivKoffeinhaltiger Kaffee & Koffein
Ishitani. K. et al. (2008)USAKohorte, prospektivKoffein, Entkoffeinierter Kaffee & Koffeinhaltiger Kaffee
Bissonauth, V., et al. (2009)KanadaNested Case-ControlKoffeinhaltiger Kaffee
Larsson S. C. et al. (2009)SchwedenKohorte, prospektivKaffee
Boggs D. A. et al. (2010)USAKohorte, prospektivKoffein, Entkoffeinierter Kaffee & Koffeinhaltiger Kaffee
Nilsson et al. (2010)SchwedenKohorte, prospektivKaffee
Bhoo Pathy N. et al. (2010)NiederlandeKohorte, retrospektivKaffee
Fagherazzi. G. et al. (2011)FrankreichKohorte, retrospektivKoffein & Kaffee (normal oder entkoffeiniert)
Gierach G. L. et al. (2012)USAKohorteEntkoffeinierter Kaffee & Koffeinhaltiger Kaffee
Harris H. R. et al. (2012)SchwedenKohorteÜberwiegend koffeinhaltiger Kaffee
Hashibe M. et al. (2015)USAKohorteKoffeinhaltiger Kaffee & Kaffee (gesamt)
Oh et al. (2015)SchwedenKohorte, prospektivKoffeinhaltiger Kaffee
Bhoo-Pathy N. et al. (2015)EuropaKohorte, retrospektivEntkoffeinierter Kaffee & Koffeinhaltiger Kaffee
Arthur R. et al. (2018)KanadaKohorteKoffein, Entkoffeinierter Kaffee & Koffeinhaltiger Kaffee
Yaghjyan et al. (2018)GroßbritannienKohorte, prospektivKaffee
Gapstur S. M. et al. (2020)USAKohorte, prospektivEntkoffeinierter Kaffee & Koffeinhaltiger Kaffee
Sánchez-Quesada et al. (2020)SpanienKohorte, retrospektivKaffee (koffeinhaltig + entkoffeiniert)
Schmit et al. (2020)USANested Case-ControlKaffee (normal + entkoffeiniert)
Sinnadurai et al. (2020)JapanKohorte, prospektivKaffee
Zheng et al. (2021)USAKohorte, prospektivKoffeinhaltiger Kaffee & Entkoffeinierter Kaffee
Farvid M. S. et al. (2021)USAKohorte, retrospektivEntkoffeinierter Kaffee & Normaler Kaffee
Yaghjyan et al. (2022)USAKohorte, prospektivKoffeinhaltiger Kaffee & Koffeinhaltiger Kaffee
Lin et al. (2025)ChinaKohorte, prospektivKaffee (koffeinhaltig + entkoffeiniert)

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf den Ergebnissen der Metastudie von Karimi et al. (2026) sowie der im Artikeltext zitierten Quellen. Die Liste der Einzelstudien wurde der Originalpublikation entnommen. Die Studie wurde am 3. Juni 2026 im Fachjournal „Health Science Reports“ veröffentlicht.

Kaffee Studien auf Espressomaschine.de:

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