„Coffee consumption and risk of multiple sclerosis“: Die 2025 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von Mehrad Amirnia und Kollegen untersucht den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und dem Risiko, an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken.
Kaffee könnte das Risiko an Multipler Sklerose zu erkranken verringern
MS ist eine Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems mit vielfältigen Ursachen, bei der Umweltfaktoren wie Ernährung, aber auch genetische Prädispositionen eine entscheidende Rolle spielen. Da Kaffee und insbesondere das enthaltene Koffein nachweislich neuroprotektive und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen, besteht in der Wissenschaft großes Interesse daran, ob und wie Kaffeekonsum das Risiko für MS beeinflussen kann.
Ziel und Methodik
Die Forschenden führten eine umfassende systematische Literaturrecherche gemäß PRISMA-Richtlinien in mehreren medizinischen Datenbanken (PubMed, Scopus, Web of Science, Embase) bis einschließlich Januar 2024 durch. Berücksichtigt wurden ausschließlich Beobachtungsstudien (kontrollierte und Fall-Kontroll-Studien), die einen quantitativen Zusammenhang zwischen Kaffeeverzehr und MS-Risiko herstellten. Nach strenger Selektion und Qualitätsbewertung verblieben zehn hochwertige, relevante Studien mit insgesamt 19.430 Probanden in der näheren Auswertung.
Ergebnisse
Die Meta-Analyse ergab, dass regelmäßig Kaffeetrinkende ein signifikant reduziertes Risiko für die Entwicklung von MS haben. Die gepoolten Daten zeigen eine Risikoreduktion:
- Vor Adjustierung für Störfaktoren: Odds Ratio (OR) = 0,66; das entspricht einer etwa 34%igen Reduktion des MS-Risikos.
- Nach Adjustierung (z.B. für Alter, Geschlecht, Lebensstil): OR = 0,42; also rund eine 58%ige Risikoreduktion.
Damit deutet die Analyse darauf hin, dass Kaffeekonsum in der Tendenz vor Multiple Sklerose schützen könnte. Die Studienlage zeigt jedoch auch eine erhebliche Heterogenität: Die Effekte variieren je nach Studienpopulation, Kaffeemenge pro Tag sowie Studiendesign.
Schlussfolgerung
Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass Kaffeekonsum mit einem verringerten Risiko für Multiple Sklerose assoziiert sein könnte. Dennoch heben sie hervor, dass es sich überwiegend um Beobachtungsstudien handelt: Ein kausaler Zusammenhang kann aktuell nicht sicher bestätigt werden. Es besteht weiterhin Bedarf an großen, prospektiven und randomisierten Studien, um eine eindeutige Aussage über den präventiven Effekt des Kaffeekonsums hinsichtlich MS treffen zu können.
Fazit: Der regelmäßige Konsum von Kaffee könnte das Auftreten von MS möglicherweise senken, doch sind weiterführende Forschungsarbeiten erforderlich, um diese Assoziation zu untermauern und mögliche Einflussfaktoren klar zu definieren
Die Studie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40286889